Photovoltaik auf dem ASS-Dach

Wärmecontracting beschert dem Gymnasium eine deutlich günstigere Heizung

Die Heizungsanlage gehörte zu den Sorgenkindern der ASS. Damit ist es jetzt vorbei: Im Zuge des Wärmecontractings haben die Stadtwerke die alte Anlage während der Sommerferien gegen einen neuen, deutlich günstigen Kessel getauscht.

Die Investition zahlt sich nicht nur für die Umwelt aus; sie wird sich nach Einschätzung von Nico Heidemann, Fachmann für Wärmecontracting bei der Nienburg Energie GmbH, binnen weniger Jahre amortisiert haben.

Beim Wärmecontracting spart sich der Kunde buchstäblich die neue Heizung: Um die kümmert sich die Nienburg Energie GmbH, die von ihren Kooperationspartnern eine exakt am jeweiligen Bedarf orientierte Anlage installieren lässt.

Die alte Heizung des Gymnasiums hatte eine Leistung von 1100 kW— entsprechend groß waren der Strom- und Gas-Verbrauch. Die jetzt installierte Anlage kommt mit lediglich 585 kW aus, sagt Nico Heidemann: „Die neue Anlage ist maßgeschneidert für den Wärmebedarf der Albert-Schweitzer-Schule. Der Wirkungsgrad einer modernen Heizung ist deutlich höher als der einer Jahrzehnte alten Anlage.”

Außerdem verfügt die neue Heizung über zwei Brennwertkesselanlagen; eine im Altbau und eine im Erweiterungsbau. Abgesehen davon, dass die kürzeren Leitungswege deutlich effizienter sind, wurde damit auch eine alte, schlecht isolierte Wärmeleitung zwischen Alt- und Neubau überflüssig.

Ergänzend wurde die neue Heizung der ASS mit einer rund zehn Quadratmeter großen Solarthermieanlage zur Warmwasserbereitung gekoppelt. Dazu Nico Heidemann: „Auch in unseren Breitengraden leistet solch eine Anlage einen spürbaren Beitrag zur Heizkostenersparnis und sie schont die Umwelt.

In der Übergangszeit ist es mit Solarthermie möglich, den größten Teil des Energiebedarfs zur Warmwasserbereitung zu decken, und im Sommer, wenn besonders viel geduscht wird, kann sie den Warmwasserbedarf sogar komplett sichern.”

PV-Anlage auf dem Neubau-Dach

Die Solarthermieanlage auf dem Dach des ASS-Erweiterungsbaus kann man vom Boden aus gerade so über die Dachkante ragen sehen. Was man nicht sehen kann: Auf dem gesamten Flachdach stehen zusätzlich noch 157 Photovoltaik-Panels. Die Anlage hat eine Spitzenleistung von 29,8 kW (kWp).

Der Strom wird ins öffentliche Netz gespeist und entsprechend vergütet.

Wichtiger „Nebeneffekt“: Durch die Stromproduktion aus Sonnenlicht werden jährlich rund 20 O00 Kilogramm umweltschädlich CO2 vermieden.

„Die Installation dieser PV-Anlage ist ein Ergebnis des städtischen Klimaschutz-Programms", sagt Dr. Ralf Weghöft, Direktor der ASS und Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke: „Die Stadtwerke haben geeignete städtische Dachflächen gepachtet und installieren dort Photovoltaikanlagen zur  umweltfreundlichen Stromerzeugung.”

Das macht, so Dr. Weghöft, inzwischen durchaus auch in Nienburg Sinn: „Die Nutzung der Sonnenenergie schont nicht nur die Umwelt. Der Wirkungsgrad moderner Solarmodule ist so hoch, dass Photovoltaik auch in einer relativ sonnenarmen Stadt wie Nienburg wirtschaftlich ist — zumindest dann, wenn diese Anlagen subventioniert werden, und das ist durch Steuergelder und die Regelungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes der Fall.”

Wenn Themen wie Photovoltaik und Solarthermie künftig an der ASS auf dem Stundenplan stehen, kann der Unterricht nun noch anschaulicher gestaltet werden: Am Schulgebäude wurde ein großes Display installiert, auf dem sich die erzeugte Strommenge und die Menge an eingespartem CO2 ablesen lassen.

Energiestand vom 27.10.2011

entnommen aus Stadtwerke aktuell. September 2011