„Wanderrudern“ in der RRASS

Neben dem klassischen Regattasport in den schmalen Rennruderbooten sind Wanderfahrten eine der besonderen Attraktionen des Rudersports. Wanderrudern bedeutet das Befahren von Strecken über 30 km. Es findet meist auf längeren Flüssen oder Kanälen sowie zumeist in den breiteren Gigbooten statt. Charakteristikum ist das gemeinsame Naturerlebnis.

Im Gegensatz zu einer Tagesetappe können bei Wanderfahrten in mehreren Etappen ganze Flussläufe bewältigt werden. Auf diese Weise kann man einen Flusslauf komplett von den ersten befahrbaren Ufern bis zur Mündung erkunden. Die Ruderer rudern pro Tag bis zu 100 km. Diese großen Tageskilometerleistungen entstehen natürlich auch durch das Ausnutzen der Strömungsgeschwindigkeit von Flüssen. Gerade die Elbe ist ein strömungsreicher Fluss – der letzte in Deutschland. Ungestaut fließt die Elbe von der tschechischen Grenze bis nach Geesthacht.

Zusätzlich zum sportlichen Aspekt haben sich die Wanderruderer mit Schifffahrtsverkehr auseinanderzusetzen. Auf viel befahrenen Flüssen müssen die Boote zusätzlich gegen Wellen gesichert werden. Auf Flüssen mit vielen Staustufen gehört das Befahren von Schleusen zur Etappe. Das Gepäck wird entweder im Boot verstaut oder mit einem Begleitfahrzeug transportiert. Auf der Elbewanderfahrt hat damit wie auch schon vorher der SV Aue Liebenau ausgeholfen, da die ASS nicht über ein Zugfahrzeug verfügt.

Die Nächte werden entweder im freien Gelände, auf Campingplätzen, vor allem aber auch in am Wege liegenden Bootshäusern anderer Rudervereine verbracht.

Die Ruderriege ist neben großen Erfolgen im Wettkampfsport von ihrer Gründung 1912 durch Hans Freytag her auch ein traditioneller Wanderruderverein. Bereits 1914 wurde von Nienburg nach Hamburg und zurück gerudert. 1924 dann sogar nach Berlin und zurück. In jüngerer Zeit sind Fahrten von Nienburg nach Nienburg an der Saale ,1994 immer wieder mal auf der Schwentine und über die Kieler Förde sowie die traditionellen Weserwanderfahrten über Himmelfahrt nach Bremen Programm der Ruderriege.