Wunschkinder an der Albert-Schweitzer-Schule

Musik und bildende Kunst sind seit langem ein fester Bestandteil des Unterrichts an der ASS. Vom kommenden Schuljahr ab sollen nun auch die darstellenden Künste Einzug in den Lehrplan der Schule halten. Das Fach „Darstellendes Spiel“ wird zunächst ab Klasse 10 angeboten. Interessierte Schüler, Eltern und Lehrer hatten in der letzten Schulwoche die Möglichkeit, sich vorab ein Bild vom Fach zu machen: Kurz vor Beginn der Sommerferien präsentierte die Arbeitsgemeinschaft „Darstellendes Spiel“ die Ergebnisse ihrer Arbeit.

Auf der Suche nach dem perfekten Leihvater in der Wunschkinderargentur

Das Programm heißt „Wunschkinder“ und besteht zum größten Teil aus selbst erdachten Szenen, in denen die gegenseitigen Erwartungen von Eltern und Kindern thematisiert werden.

Mit beeindruckender Spielfreude und mutiger Offenheit zeigten die jungen Schauspielerinnen und Schauspieler ein Ehepaar, das sich für die Zeugung eines Designerkinds im Labor entschieden hat. Die Jugendlichen beleuchteten differenziert die Konsequenzen für alle an dieser Entscheidung betroffenen Personen. Da ist zum Beispiel das ungeliebte Kind, das nun einen perfekten Bruder bekommen soll, da ist die Leihmutter, die das Baby nach der Geburt behalten will, und da sind auch die Betreiber des Labors, die mit einem „Garantiefall“ umgehen müssen, da das bestellte Wunschkind nicht den Erwartungen der zahlungskräftigen Klientel entspricht.

Besonders intensiv wirkten die längeren Monologe einzelner Schauspieler, in denen es um die Verarbeitung einer elterlichen Scheidung, Schwangerschaftsabbrüche, generelle Wünsche der Kinder an ihre an die Eltern oder die Frage ging, was eine gute Mutter ausmacht.

Bemerkenswert war, wie die Darstellerinnen und Darsteller sich auf die Figuren einließen und ihre eigene Persönlichkeit zugunsten der Rolle zurücknahmen. Diese Bereitschaft wurde nicht nur in den wöchentlichen AG-Stunden, sondern auch auf einem Wochenendseminar gefördert. „Ein mehrtägiger Aufenthalt in Drübberholz bot die Möglichkeit, sind ganz auf die Rollen einzulassen. Es entstand eine eigene Dynamik, die dazu beitrug, dass sich die Schülerinnen und Schüler mit Verve auf die Proben gestürzt haben“, berichtet der Leiter der AG, Andreas Busch.

Auch das „spiel.raum-Theater“ in Bremen ist inzwischen auf das junge Ensemble aufmerksam geworden. Die Darsteller wurden eingeladen, ihr Stück in einem echten Theater aufzuführen und fiebern der Gelegenheit entgegen, ihr Talent unter Beweis zu stellen. Wenn alles klappt, wird die Gruppe der ASS am 18.08.2013 das erste Mal auf einer professionellen Theaterbühne stehen.

Teilnehmer/Innen der AG

Monolog einer Tochter über die Scheidung der Eltern (Darstellerin: Anna Sehlmeyer)

Die Sekretärin auf Partnersuche (Darstellerin: Catharina Koch)