Dem Klimawandel auf der Spur

Kooperationsprojekt zum Thema 'Klima' zwischen 9. Klassen der 'Umweltschule' ASS und dem B.U.N.D.- ASSler untersuchen mögliche Einflussfaktoren auf das Klima

 

Claudia Reemtsema und Ute Luginbühl, die Referentinnen der BUND-Kinderwildnis, würdigten die Arbeit der neunten Klassen der ASS, die den Klimawandel von verschiedenen Seiten sehr intensiv untersucht hatten.Was könnten Klamotten mit dem Klima zu tun haben? Was Nahrungsmittel mit Naturschutz? Mit diesen und ähnlichen Fragen beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen der ASS in der vergangenen Woche. Vom 6. bis 10. Juli nahmen diese nämlich an einem Klimaprojekt teil, das sich mit dem Klimawandel und dessen möglichen Ursachen auseinandersetzte. Im Rahmen dieses Kooperationsprojekts zwischen der ASS und dem BUND e.V. hatte das Kinderwildnis-Team der Kreisgruppe Nienburg vom BUND die Neuntklässler der ASS auf das Gelände der BUND-Kinderwildnis eingeladen. Unter der Anleitung von Claudia Reemtsema und Ute Luginbühl, den Referentinnen der BUND-Kinderwildnis, vertieften die ASSler bereits im Unterricht erworbene Kenntnisse zum Klima und dem Klimawandel und lernten Einflussfaktoren auf das Klima kennen. Ziel des Projektes war es dabei auch, die Jugendlichen für Umwelt- und Naturschutz zu sensibilisieren und für ein gemeinsames gesellschaftliches Engagement in einer Jugendgruppe zu motivieren.

 „Hierbei“, so die beiden Referentinnen, „werden auch Dinge angesprochen, an die die Schülerinnen und Schüler – wenn es um Klimawandel geht – nicht sofort denken.“ Was das sein könnte?  Recht schnell wurde dies den Schülern klar, denn jede neunte Klasse wurde in fünf Gruppen aufgeteilt. Diese Gruppen spezialisierten sich anschließend auf eines der fünf Schwerpunktthemen, und die lauteten 'Ernährung', 'Energie', 'Klima im Landkreis Nienburg', 'Bekleidung' und 'Klimapolitik'. Am Abschlusstag des Klimaprojektes präsentierten die Schüler ihre Ergebnisse dann vor ihrer Klasse im Gebäude der Albert-Schweitzer-Schule. Und so erfuhren die Gymnasiasten dann eben auch, dass Klamotten und Klima, Nahrungsmittel und Naturschutz mehr gemein haben als ihre Anfangsbuchstaben.

So informierte eine von einer Schülergruppe gestaltete 'Nachrichtensendung' über die Klimapolitik verschiedener Länder wie China, Amerika oder Deutschland. Die Schüler erarbeiteten dabei Stellungnahmen jedes einzelnen Landes im Hinblick auf die Weltklimakonferenz im Dezember 2015 in Paris, beleuchtete die jeweilige Produktion von Treibhausgasen und untersuchte mögliche Folgen für verschiedene Länder auf der Welt. Eine andere Gruppe zeigte in einem kleinen Rollenspiel auf, was Kleidung mit dem Klima zu tun haben könnte. Nicht jeder Teilnehmer hatte nämlich vorher gewusst, dass zur Herstellung von Bekleidung aus Baumwolle riesige Monokulturen angelegt werden, auf denen künstliche Dünge- und Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden. Oder aber, dass durch die Herstellung von Kleidung in fernen Ländern auch durch hiesige Firmen lange Transportwege und damit höhere Kohlendioxidemissionen entstehen. In Zeitungsberichten einer weiteren Gruppe wurde die Energieversorgung der Menschheit thematisiert und ein positives und ein negatives Klimaszenario für das Jahr 2050 entworfen.  Die Bedeutung von Mooren für das Klima stellte eine vierte Gruppe dar – und entwarf zugleich ein Werbeplakat für ein Reisebüro mit dem Thema „Eine klimafreundliche Reise in den Landkreis Nienburg“. Eine letzte Gruppe stellte zwei Picknickkörbe zusammen, einen normalen und einen 'klimafreundlichen', der sich aus saisonalen oder auch regionalen Produkten zusammensetzte. 

In Expertengruppen zu verschiedenen Facetten des Klimawandels bereiteten die Neuntklässler der ASS  ihre Präsentationen vor. Im Vordergrund werden 'normale' und 'klimafreundliche' Picknickkörbe zusammengestellt.Erdkundefachobfrau Karen Eggers, die das Projekt für die Fachgruppe Erdkunde der ASS organisiert hatte, zog ein zufriedenes Fazit: „Der Klimawandel ist ein hochkomplexes Thema und kann im normalen Unterricht nur sehr schwer von so vielen Seiten beleuchtet werden. Das Klimaprojekt hingegen ermöglichte es den Schülerinnen und Schülern, in Kleingruppen zu Experten für ein Schwerpunktthema zu werden. Ganz wichtig aber: Am Ende setzten diese Expertengruppen durch ihre Präsentationen ein vollständigeres Bild vom Klimawandel zusammen. So haben unsere Neuntklässler nun hoffentlich alle ein umfassenderes Wissen zu diesem komplizierten Thema.“

Vh