'Vereinte Nationen' an der ASS: Planspiel endet mit Kompromiss

Werte- und Normen-Kurse der 10. Klassen veranstalten politisches Planspiel/Schüler der ASS lernen Zusammenhänge zwischen Politik und humanitärer Arbeit kennen

Die Schüler der Werte- und Normen-Kurse der ASS aus dem 10. Jahrgang führten an der ASS ein Planspiel um politische Interessenskonflikte und Lösungsmöglichkeiten durch. Vermittlungsinstanz war die U.N., die sie hier auf dem Schulhof der ASS nachbilden.Dass Politik auch Spaß machen kann, haben die Werte-und-Normen-Kurse des zehnten Jahrgangs der Albert-Schweitzer-Schule aus dem diesjährigen Planspiel mitgenommen. Aber auch, dass es überhaupt nicht leicht ist, einen Konflikt, an dem mehrere Länder mit den unterschiedlichsten Interessen beteiligt sind, wirklich zu lösen.
Zwei Tage lang haben 32 Schülerinnen und Schüler unter der Leitung der Lehrerinnen Frau Eser und Frau Lichtenfels die Rollen von Delegierten eines Ausschusses der Vereinten Nationen angenommen, bestehend aus fünf Ländern und dem Roten Kreuz. Die Presse durfte selbstverständlich auch nicht fehlen. Worum ging es? Ein Landstrich kämpft um Unabhängigkeit. Vor dem Bürgerkrieg, der aus diesem Kampf erwuchs, flüchten Millionen, die Situation droht zur humanitären Katastrophe zu werden. Befeuert wird der ganze Konflikt noch von Erdölfunden, die allen umliegenden Ländern einen Weg aus Armut und Leid zu garantieren scheinen. Um die Kämpfe zu beenden, den Flüchtlingen zu helfen und die ganze Region zu befrieden, greifen nun die Vereinten Nationen ein und versuchen zunächst, den Konflikt politisch zu lösen. Wenn da nur nicht ein Land aus einer ganz anderen Ecke der Welt wäre, das einfach nur das Öl will…
Am Ende zäher Verhandlungen entstand in der großen Abschlusskonferenz ein Kompromiss, der vertraglich festgehalten wurde.

Das fiktive Land Lufar im Zentrum unterschiedlicher Interessen. Die Vereinten Nationen sollten vermitteln.Eine Lösung gibt es nun für den Konflikt, auch wenn ein Einsatz von Blauhelmsoldaten mit im Vertragswerk enthalten ist. Aber eine echte Lösung ist es nicht. „Wir wollten den Konflikt gerne lösen und haben deshalb auf einige Dinge verzichtet, auf die unser Land in echt vielleicht nicht einfach so verzichtet hätte“, sagt ein Vertreter des Landes Malea. Und dem Roten Kreuz fällt auf: „Uns fehlen die Relationen, eigentlich kann man den Überblick über alle Interessen und Geldströme gar nicht haben.“ Gerade deshalb sind sich aber alle sicher, wirklich etwas gelernt und einiges über die Zusammenhänge zwischen Politik und humanitärer Arbeit verstanden zu haben, auch wenn niemand von ihnen jetzt unbedingt Politiker werden will. Lieber wollen sie selbst etwas für Notleidende tun. Teil des Werte-und-Normen-Projektes ist es nämlich auch, dass die Schülerinnen und Schüler eine eigene Aktion planen. Dieses Jahr steht der Sinn nach etwas Sportlichem. Geplant haben die ASSler daher ein Benefizfußballturnier für Jugendliche, an dessen Umsetzung die Schülerinnen und Schüler jetzt mit noch etwas mehr Enthusiasmus arbeiten.